MUT UND ANGST

Mut und Angst werden bisweilen als widersprüchlich gesehen. Der Mutige scheint angstfrei zu sein oder zumindest weniger von Angstgefühlen belastet. Diese Vorstellung entspricht nicht der psychischen Wirklichkeit. Angst und Furcht sind keine mit dem Mut unvereinbare Gemütsverfassungen, sondern im Gegenteil, Komponenten im inneren Spannungsgefüge. Sie kontrastieren miteinander, schließen sich aber nicht gegenseitig aus, sondern ergänzen einander

Mut ist eine Eigenschaft, die dazu befähigt, sich gegen Widerstand oder Gefahren für eine als richtig und notwendig erkannte Sache einzusetzen. Mut erfordert die Entschlusskraft, nach sorgfältigem Abwägen etwas Unangenehmes oder Gefahrvolles zu tun oder zu verweigern. Beides kann mit Nachteilen für die eigene Person verbunden sein und Opfer erfordern.

Im Falle der Entscheidung zu aktivem Handeln kämpft der Mutige für die Durchsetzung eines Rechts, für das Meistern einer gefährlichen Situation oder für die Realisierung eines Wertes gegen Widerstände und Bedrohungen.

Im Falle der Handlungsverweigerung besteht der Mut darin, sich einem als unrecht oder als wertlos erkannten Tun zu widersetzen.

Mut erfordert Wertbewusstsein, eigenständiges Denken, charakterliche Stärke und Durchsetzungsvermögen.

Marianne Rappenglück
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