ENTSPANNUNGSMETHODEN

Entspannungsmethoden sind übende Verfahren zur Verringerung körperlicher und geistiger Anspannung oder Erregung. Sie werden auch in München angeboten.

Ziel dieser Methoden ist die Entspannungsreaktion, die sich auf neuronaler Ebene in einer Aktivierung des Parasympathikus und in einer Schwächung des Sympathikus äußert.

  • Yoga

Yogaübungen verfolgen den ganzheitlichen Ansatz, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Vor allem in den westlichen Ländern wird Yoga häufig in Unterrichtseinheiten vermittelt. Diese Einheiten kombinieren Übungen (Asanas) mit Phasen der Tiefenentspannung, Atemübungen sowie Meditationsübungen. Die Ausübung der Asanas verbessert das Zusammenspiel von Körper, Geist, Seele durch eine kontrollierte Atmung und Konzentration. Angestrebt werden eine bessere Vitalität und eine Haltung innerer Gelassenheit.

  • Autogenes Training

Autogenes Training ist eine auf Autosuggestion basierende Entspannungstechnik und gilt als eine weit verbreitete Entspannungsmethode.

In der Übungsphase wird die Entspannung heute häufig, zunächst von außen engeleitet, zum Beispiel durch einen Trainer oder durch Anleitung vom Band. Ziel ist jedoch die Entspannung von innen her, ohne äußeres Zutun und ohne äußere Unterstützung zu erreichen.

Das autogene Training wird meist in Gruppen, seltener in Einzelsitzungen, unter Anleitung innerhalb von 6 bis 8 Wochen erlernt. Möglich ist aber auch das Selbststudium mit Hilfe von Büchern oder Tonträgern.

Erfahrungsgemäß fällt das Erlernen der Methode in der Gruppe unter professioneller Anleitung leichter als im Selbststudium.

Während der Übung soll die Körperhaltung für den Trainierenden bequem sein. Man sollte wenigstens einmal täglich liegend und einmal täglich sitzend trainieren.

 

Das Verfahren beruht auf Autosuggestion und ist aus Beobachtungen, im Rahmen der Hypnoseforschung entstanden. Demnach entsteht Ruhe durch Muskelentspannung und dem Gehirn mitgeteilten Meldungen. Wie etwa: „Alles ist ruhig“

Innerhalb der psychotherapeutischen Verfahren ist das autogene Training somit dem Bereich der Körpertherapie zuzuordnen, weil der Ausgangspunkt und die Grundlage die zunächst nur körperlichen Veränderungen der Muskel- und Gefäßspannung sind.

Gleichzeitig kann das autogene Training als Selbsthypnose aufgefasst werden. Denn beim autogenen Training versetzt sich der Übende durch Autosuggestion selbst in den „umgeschalteten“ Zustand. Hierunter ist der Wechsel vom normalen Wachzustand in einen veränderten, hypnotischen Bewusstseinszustand zu verstehen. Diese Umschaltung wird – außer vor dem Schlafengehen – nach jedem Training wieder aufgehoben (im Fachjargon: „zurückgenommen“).

Das autogene Training wird in drei Stufen gegliedert:

  • Die Grundstufe: Ihre Techniken wenden sich an das vegetative Nervensystem.
  • Die Mittelstufe: Ihre Methoden bezwecken die Beeinflussung des Verhaltens durch formelhafte Vorsatzbildung.
  • Die Oberstufe: Ihre Methoden erschließen unbewusste Bereiche des Trainierenden.

 

Die Anwendungsbereiche des autogenen Trainings bestehen für beschwerdefreie Menschen vor allem im Sport, in der Managerschulung, in der Vorbeugung gegen Burnout-Syndrom und im Bereich des Lernens. Gesunde Menschen nutzen vor allem die Techniken der Grundstufe und der Mittelstufe.

Medizinische Indikationen für das autogene Training sind klassischerweise Begleittherapien bei Stresserscheinungen aber auch bei Krebserkrankungen.

Marianne Rappenglück
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